Was machen Biobauern bereits zum "Tierwohl"?

Netzwerk Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau

Unter dem Motto „Bio live erleben!“ öffnen 242 Betriebe, die vom Bundeslandwirtschafts-ministerium zu „Demonstrationsbetrieben Ökologischer Landbau“ ernannt wurden, ihre Türen und Tore. Sie vermitteln Verbraucherinnen und Verbrauchern, woher unsere Lebensmittel kommen und wie die moderne Ökolandwirtschaft funktioniert. Vor allem Schulklassen sind immer herzlich willkommen. Bei Führungen, Feldbegehungen und Stallbesichtigungen können Schülerinnen und Schüler Fragen stellen. Viele dieser Demonstrationsbetriebe halten Nutztiere. weiter 

10 Beispielfragen für den Besuch auf dem Biohof

Was ist ein Arche-Hof?

Beispiel: Der Biohof Schlickenrieder aus Bayern ist ein sogenannter Arche-Hof. Er setzt sich für den Erhalt vom Aussterben bedrohter Haustierrassen ein. Deshalb leben bei den Schlickenrieders besondere Nutztiere wie das Murnau Werdenfelser Rind mit seiner markanten „Kajal“-Markierung, die Bunten Bentheimer Schweine, schwarze und braune Bergschafe sowie prächtige alte Hühnerrassen.  weiter

Wie können gefährdete Rassen erhalten werden?

Beispiel: Das Rhönschaf ist eine der ältesten deutschen Schafrassen und seit etwa dem 16. Jahrhundert in der Rhön verbreitet. Im letzten Jahrhundert sank mit dem Ende der Wanderschäferei die Anzahl der Rhönschafe jedoch drastisch – die Rasse musste sogar in die Liste der gefährdeten Haustierrassen aufgenommen werden. Der Naturlandhof Kolb in Bayern setzt sich getreu dem Motto „Erhalt durch Nutzung“ für diese bedrohte Rasse ein. Das wohlschmeckende Fleisch der Lämmer wird in mehreren Restaurants der Region vermarktet. weiter

Wie wachsen Kälber tiergerecht auf?

Beispiel: Der Biohof Gasswies aus Baden-Württemberg ist für seine sogenannte „muttergebundene Kälberaufzucht“ im Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2015 ausgezeichnet worden: In den Ställen haben Kuh und Kalb nach der Geburt Zeit, sich kennenzulernen. So trinkt das Kalb die Milch der Mutterkuh in den ersten Lebenstagen und baut eine enge Bindung zur Mutter auf. In der Milchviehhaltung werden Mutterkuh und Kalb üblicherweise schon nach wenigen Tagen getrennt. weiter

Wo leben glückliche Hühner?

Beispiel: Auf dem Biolandhof Frohnenbruch in Nordrhein-Westfalen leben die Legehennen und Hähnchen in Mobilställen. Damit sie immer einen sauberen Grünauslauf haben, werden die Ställe im Wochenrhythmus umgesetzt. Das heißt, bevor der Boden matschig wird oder die Hühner um den Stall herum kein Gras mehr zu fressen haben, wird das Hühnermobil einfach mit dem Traktor einige Meter weiter zu einem frischen, sauberen Platz gefahren. weiter 

Wann fühlen sich Schweine „sauwohl“?

Beispiel: Auf dem Biohof „Beim Schuster“ im Bayerischen Wald leben Schwäbisch-Hällische Schweine. Diese alte, vom Aussterben bedrohte Haustierrasse ist sehr robust und widerstandsfähig. Eine Besonderheit des Betriebes ist die so genannte Familienhaltung, bei der die Schweine nicht getrennt aufgezogen werden, sondern alle Tiere, vom eineinhalb Kilogramm leichten Ferkel bis zum 350 Kilogramm schweren Eber, in einer Rotte zusammenleben. Im Sommer und im Winter haben sie Zugang zum Außenbereich. weiter

Wie lassen sich lange Tiertransporte vermeiden?

Beispiel: Der Biobetrieb von Familie Muhs in Schleswig-Holstein bildet schon seit über 90 Jahren eine Einheit aus Landwirtschaft und Fleischerei. Auf dem Hof leben Rinder, Schweine und Hühner. Die Tiere wachsen mit viel Raum, natürlichem Licht, eingestreuten Liegeflächen und Zugang zu einem Auslauf im Freien auf. Ihr Biofutter kommt von den umliegenden Feldern. Geschlachtet werden sie in der hofeigenen Schlachterei, stressfrei und ohne lange Transportwege. weiter

Wie funktioniert eine stressfreie Schlachtung?

Beispiel: Die Galloway Rinder des Biohofs „Bunde Wischen“ beweiden 365 Tage im Jahr die großzügigen Naturschutzflächen des Betriebes in Schleswig-Holstein. Alles, was die Galloways zum Leben brauchen, finden sie auf dem Gelände. Statt auf dem Schlachthof, werden die Tiere in ihrer gewohnten Umgebung stressfrei per Kugelschuss auf der Weide getötet. Das erspart den Tieren einen strapaziösen Transport und bringt die Herde nicht unnötig in Aufruhr. weiter

Welche Rolle spielt der Produktpreis für das „Tierwohl“?

Beispiel: Der Biohof Jacobi in Nordrhein-Westfalen hält etwa 50 Milchkühe. Ein Teil der Milch wird in der Bio-Käserei von Heike Schäfer-Jacobi zu verschiedenen Schnitt- und Frischkäsesorten verarbeitet. Der größte Milchanteil wird in der „Upländer Bauern-Molkerei“ verfeinert. Diese hat Josef Jacobi 1996 zusammen mit anderen Milchbetrieben gegründet. Das Projekt startet 2002 anlässlich der ständig sinkenden Milchpreise und der damit verbundenen Existenz-Bedrohung. Durch einen Preisaufschlag von 5 Cent pro Liter Bio-Milch als „fairer Milchpreis“ soll die tiergerechte Haltung auch weiterhin garantiert sein. weiter

Was ist die Bruderhahn-Initiative?

Beispiel: Auf dem Kudammhof in Niedersachsen werden die männlichen Geschwisterküken der Legehennen mit aufgezogen, anstatt aussortiert und getötet zu werden. Damit die Hähnchen nach Herzenslust durch die Gegend toben und das Leben genießen können, muss ihre Aufzucht finanziert werden. Hier helfen die Schwestern: Die Eier der Hennen werden zu einem höheren Stückpreis verkauft.  weiter

Wie passen Tier- und Naturschutz zusammen?

Beispiel: Der Biolandhof Vey im Bremer Stadtteil Blumenthal betreibt eine Angus-Rinderzucht in extensiver Weidewirtschaft, kombiniert mit Naturschutz. Die Rinder leben in sogenannter Robusthaltung ganzjährig im Freien und pflegen dabei gut 120 Hektar Naturschutzgebiete und Landschaft. Tiergerechte Rinderhaltung wird so beispielhaft mit dem Erhalt wertvoller, teils gefährdeter Pflanzen- und Tierarten verbunden. weiter


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