Ohne Kalb keine Milch

Eine Kuh muss kalben, um Milch zu geben. Die Milchbildung setzt unmittelbar nach der Geburt ein. Um dauerhaft Milch zu geben, muss eine Kuh nahezu jedes Jahr kalben. Dafür wird sie sechs bis acht Wochen nach der Geburt wieder besamt und ist dann circa 9 Monate trächtig. Eine Kuh wird zweimal am Tag gemolken und gibt im Durchschnitt circa 20 Liter Milch am Tag. 

Melkstand

Während Kühe früher von Hand gemolken wurden, geschieht das Melken heute fast immer im Melkstand. Hier arbeiten die Melker in einer tiefer gelegten sogenannten Melkgrube, damit sie die Euter der Kühe „auf Augenhöhe“ haben und gut erreichen können. Im Melkstand werden immer mehrere Kühe gleichzeitig gemolken. Je nachdem, wie die Kühe im Melkstand stehen, unterscheidet man zwischen „Fischgräten-Melkstand“ (Kühe stehen schräg zur Melkgrube) und einem „Tandem-Melkstand“ (Kühe stehen parallel zur Melkgrube). Es gibt auch Rundmelkstände, sogenannte Melkkarussels.

Melkroboter

Mit einem Melkroboter verläuft der gesamte Melkvorgang automatisch. Nachdem die Kuh in den Melkstand getreten ist, sendet ein Transponder im Halsband der Kuh alle notwendigen Daten an das System. Die Kuh erhält eine vom Landwirt vorher individuell bestimmte Menge an Kraftfutter und wird dann automatisch gemolken. Dabei erkennt ein Laser die Position der Zitzen, ein Roboterarm setzt das Melkzeug an und die erste Milch – das sogenannte Gemelk – wird vollautomatisch untersucht. Ist die Milch in Ordnung („verkehrsfähig“), gelangt sie zur Kühlung in einen großen Tank. In Deutschland sind mittlerweile mehr als 4.000 Melkroboter im Einsatz.