Wichtige Nutztiere

Etwa die Hälfte aller Landwirte in Deutschland hält Rinder, um Milch, Fleisch oder beides zu erzeugen. Damit sind Rinder wirtschaftlich gesehen die wichtigsten Nutztiere der deutschen Landwirtschaft. In Deutschland leben drei von vier Rindern in Laufställen, in denen sie sich relativ frei bewegen können. Die Ausgestaltung dieser Ställe variiert allerdings erheblich.

Ökologische Rinderhaltung

Auf Biohöfen müssen Tiere möglichst tiergerecht gehalten werden. Die Rinder dürfen von bestimmten Ausnahmesituationen abgesehen zum Beispiel nicht angebunden oder alleine gehalten werden. Rinderställe auf einem Biohof sind meist Laufställe, in denen sich die Tiere frei bewegen können. Sie haben außerdem Zugang nach draußen ins Freigelände. Wann immer es das Wetter zulässt, kommen die Tiere auf die Weide. 

Rinder mit Hörnern

Biorinder tragen oft Hörner. Dies birgt jedoch die Gefahr, dass sich die Tiere bei Rangkämpfen gegenseitig ernsthaft verletzen. Deshalb brauchen die Rinder auf ökologischen Betrieben besonders viel Platz, um anderen Tieren ausweichen zu können.

Futter für Rinder

Rinder sind Wiederkäuer, genau wie Schafe und Ziegen. Rinder fressen im Sommer vor allem Grünfutter, im Winter Heu und Gras- oder Maissilage. Unter Silage versteht man Futter, das in Silos durch Milchsäuregärung konserviert wird. Zusätzlich bekommen Rinder Kraftfutter zum Beispiel aus Getreide und Ackerbohnen.

Milchkühe

Wenn eine Kuh ein Kalb bekommt, produziert sie Milch, um das Jungtier zu versorgen. Milchkühe sind darauf gezüchtet, viel mehr Milch zu geben, als ihr eigenes Kalb brauchen würde. Bekommt eine Milchkuh ein Kälbchen, wird dieses kurz nach der Geburt von der Mutter getrennt. Die Kälber werden dann in Gruppen gehalten und durch Menschen versorgt.

Muttergebundene Kälberaufzucht

Eine Besonderheit ist die muttergebundene Kälberaufzucht. Hier werden die Milchkühe mehrere Monate lang zusammen mit ihren Kälbern gehalten. Die Kühe werden dann täglich gemolken und trotzdem trinken die Kälber Milch aus dem Euter der Mutter. 

Tiergerechte Ställe für Milchvieh

Wichtig für einen tiergerechten Milchviehstall sind ein gutes Stallklima, ein komfortabler Liegebereich, genügend Fressplätze und Tränken sowie ausreichend Platz und ein rutschfester Bodenbelag. Drei Stallbausysteme erfüllen diese Anforderungen: Boxenlaufställe, Tiefstreuställe und Tretmistställe sind besonders tiergerecht, da diese Stallbautypen sich sehr gut den natürlichen Verhaltensweisen der Kühe anpassen.

Milchschafhaltung

Die Milchschafhaltung in Deutschland ist ein Nischenbereich. In Deutschland wird insbesondere das Ostfriesische Milchschaf gehalten. Ökologisch erzeugte Schafmilch wird in Deutschland vor allem zu Käse und Joghurt verarbeitet. Der Verzehr von Schafkäse hat zwar in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Allerdings konkurriert der hiesige Schafkäse-Erzeuger mit denen aus Italien, Griechenland, Frankreich oder Spanien, die den Schafmilch-Markt dominieren und deren Produkte einen sehr guten Ruf genießen.

Ziegenhaltung

Die Ziegenhaltung hat in der deutschen Landwirtschaft nur noch eine geringe Bedeutung. Früher als „Kuh des armen Mannes“ sehr weit verbreitet, werden Ziegen heute vor allem zur Herstellung von Spezialitäten oder zur Landschaftspflege genutzt. Ziegen sind genügsam und geben im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht und ihrer Futteraufnahme viel Milch.

Nutztierhaltungsstrategie

Mit der Nutztierhaltungsstrategie will das Bundeslandwirtschaftsministerium die Haltungsbedingungen für Nutztiere auf breiter Linie verbessern und den Bauern Verlässlichkeit und Planungssicherheit geben. Die Strategie zeigt den Weg zu einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Nutztierhaltung in Deutschland.